Barrett stellt tragbares 30-mm-System zur Abwehr von Drohnen vor

BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT
BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT

Die halbautomatische Plattform kombiniert eine elektronische Feuerleitung, ein Magazin für fünf Schuss und verschiedene programmierbare Geschosse, muss jedoch vor einer möglichen militärischen Einführung noch weiter erprobt werden

Barrett hat eine neue Konfiguration des Precision Grenadier System vorgestellt, das unter der Abkürzung PGS bekannt ist. Das tragbare 30-mm-System wurde entwickelt, um die Unterstützungsmöglichkeiten kleiner militärischer Einheiten zu erweitern.

BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT
BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT

Das Gerät vereint eine halbautomatische Plattform, eine elektronische Feuerleitung und spezielle Munition in einem einzigen System. Nach Angaben des Herstellers wurde das PGS dafür konzipiert, Ziele in Entfernungen von mehr als 500 Metern zu bekämpfen, darunter durch Hindernisse geschützte Stellungen und kleine unbemannte Luftfahrtsysteme.

Obwohl das Unternehmen das PGS als „Granatgewehr“ bezeichnet, ähnelt es eher einem integrierten Waffensystem als einem herkömmlichen Granatwerfer. Die Feuerleitung berechnet die erforderlichen ballistischen Korrekturen und kann bestimmte Munitionsarten so programmieren, dass sie in der Nähe des Ziels die vorgesehene Wirkung entfalten.

BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT
BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT

Auf der technischen Produktseite von Barrett heißt es, dass die aktuelle Konfiguration etwa 86 Zentimeter lang ist, 6,3 Kilogramm wiegt und ein Magazin mit einer Kapazität von fünf Schuss verwendet. Der Lauf ist 305 Millimeter lang. Das vergleichsweise hohe Gewicht verdeutlicht eine der größten Herausforderungen bei dieser Art von Ausrüstung: Feuerkraft, Rückstoßkontrolle und Beweglichkeit des Bedieners miteinander in Einklang zu bringen.

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System entstand aus einem Programm der US Army

BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT
BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT

Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Barrett, MARS Inc., AMTEC Corporation und Precision Targeting. MARS wurde im Mai 2025 zum Gewinner des Wettbewerbs xTechSoldier Lethality erklärt, den die US Army veranstaltete, um Vorschläge für das Precision-Grenadier-System-Programm zu bewerten.

Während des Wettbewerbs mussten die Prototypen tragbar, magazingespeist und in der Lage sein, halbautomatische Schüsse mit höherer Präzision als herkömmliche Granatwerfer abzugeben. Die praktischen Vorführungen fanden zwischen Februar und April 2025 statt.

Der Sieg im xTech-Verfahren bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die US Army das System einführen wird. Es wurde als potenziell geeignete Lösung ausgewählt, die weiter erprobt und verbessert werden kann, bevor möglicherweise ein Wettbewerb oder ein Vertrag im Rahmen des endgültigen Militärprogramms folgt.

Verschiedene Munitionsarten für eine Plattform

Eines der wichtigsten Argumente von Barrett für das PGS ist die Möglichkeit, eine Familie von 30-mm-Munition einzusetzen, die an unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst ist.

Die Variante HEAB verwendet eine programmierbare Luftdetonation und wurde entwickelt, um Ziele hinter Hindernissen zu bekämpfen. Die noch in der Entwicklung befindliche HEDP kombiniert eine hochexplosive Wirkung mit einer Fähigkeit gegen leicht geschützte Ziele.

Für die Drohnenabwehr sieht das System die HE Prox vor, die mit einem Annäherungszünder ausgestattet ist, sowie die ADS, die als Streumunition für Einsätze gegen unbemannte Luftfahrtsysteme beschrieben wird. Zur Produktfamilie gehört außerdem die CQB-Munition, die für kurze Entfernungen ausgelegt ist.

Diese Vielfalt soll verhindern, dass der Bediener für jede Art von Bedrohung unterschiedliche Plattformen mitführen muss. Gleichzeitig erhöht das Konzept jedoch die logistische Komplexität, da spezielle Munitionsarten verfügbar sein müssen, eine ordnungsgemäße Integration in die Feuerleitung erforderlich ist und das Personal für die richtige Auswahl der jeweiligen Konfiguration geschult werden muss.

Tragbarer Einsatz, Montage auf Fahrzeugen oder Integration in unbemannte Systeme

BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT
BARRETT PRECISION GRENADIER SYSTEM (PGS). Foto: BARRETT

Neben dem schultergestützten Einsatz untersucht Barrett auch Varianten für die Montage auf Fahrzeugen und ferngesteuerten Waffenstationen. Die Architektur wurde außerdem für eine spätere Integration in autonome oder unbemannte Plattformen ausgelegt.

Das Unternehmen hat eine schrittweise Entwicklungsstrategie angekündigt. Die Konfiguration Mod 0 war für 2026 vorgesehen und soll eine Feuerleitung, ein Magazin für fünf Schuss, ein System zur Rückstoßminderung und vier Geschossarten umfassen. Die für 2027 geplante Mod 1 soll die Fähigkeiten gegen Drohnen durch Munition mit Annäherungszünder erweitern. Eine zukünftige Mod 2 soll die Merkmale zusammenführen, die im endgültigen Programm der US Army gefordert werden.

Das Konzept reagiert auf die wachsende Nachfrage nach Systemen, die geschützte Ziele bekämpfen und kleine Drohnen abwehren können, ohne unmittelbar auf fahrzeugmontierte Waffen oder die Unterstützung größerer Einheiten angewiesen zu sein. Die US Army geht davon aus, dass Plattformen dieser Kategorie präzisere Unterstützungsfähigkeiten direkt auf die Ebene kleiner Kampfgruppen bringen könnten.

Die Ergebnisse der Vorführungen beseitigen jedoch nicht die offenen Fragen zum Gewicht, zu den Kosten programmierbarer Munition, zur Wartung der elektronischen Feuerleitung und zur Zahl der Geschosse, die ein einzelner Soldat mitführen kann. Diese Faktoren dürften darüber entscheiden, ob sich das PGS von einer technisch vielversprechenden Plattform zu einem in größerem Maßstab produzierten und eingesetzten System entwickelt.

Quelle und Bilder: Barrett

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